Qrash it! Veranstaltungen gegen Trans*- und Homophobie

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Seit 2005 findet der Internationale Tag gegen Trans*- und Homophobie jährlich statt – das Datum geht auf den 17. Mai 1990 zurück, an dem die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität als Krankheitsbild aus ihrer Liste strich. Dies ist ein Grund zu feiern, aber wir wollen auch aufmerksam machen, dass Lesbisch_bi_schwul_Trans_Inter_A_queer-lebende Menschen immer noch täglich Gewalt ausgesetzt sind – verletzenden Blicken, Sprüchen, körperlichen Übergriffen, gesellschaftlichen Diskriminierungen, staatlichen Repressionen. Wir wollen, dass Heteronormativität, also die Norm zu Heterosexualität und den Zwang sich in die hierarchische Zweigeschlechtlichkeit einordnen zu müssen, offengelegt, demontiert und überwunden wird. Die damit einhergehenden Abwertungen, Diskriminierungen und Verfolgungen müssen aufhören! Wir wollen keine NORMierungen unserer Sexualitäten, Geschlechter, Körper mehr ertragen müssen! Alle Menschen sollten die Möglichkeit haben ihre Sexualitäten, Geschlechter und Körper mit Neugierde und Freude selbstbestimmt gestalten zu können – ohne Übergriffe oder der Angst davor!
Let´s Qrash it!

Mit den beiden Vorträgen und der Party am 17. Mai wollen wir der alltäglichen Trans*- und Homophobie etwas entgegensetzen und uns mit LGBTIAQ*-Aktivist_innen und -Aktionen weltweit solidarisieren!

Auf der Party wird es eine Open Stage geben – also falls ihr Lust habt was beizutragen: schreibt uns vorher an oder sprecht uns auf der Party an!

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Eine queer*feministische Nacht

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um 19uhr gehts in der Kneipe im Alhambra los mit queer*feministischem speednetworking, was soviel heißt wie eine Möglichkeit haben, vor Konzert und Party, queer*feministische Menschen kennenzulernen und sich zu vernetzen. Ab 21uhr werden mo leen und awry pattern aus Bremen spielen und ab 23uhr legen die DJ_anes GrGr, Feenstaubinferno und Phoebe aus München und Münster auf – mit ‚glitz & donner’…

mo leen

awry pattern


GrGr (live mit Gameboy und so, 8-bit-Bonbons für die Tanzfläche)

Feenstaubinferno (DJ, ElectroPopCamp-Extravaganza)

Phoebe (DJane, Indie/Elektro)

unter anderem mit queer_feministischem SpeedNetworking

Veranstaltungshinweis

Hier ein Veranstaltungshinweis: Take back the night Demonstration am 30. April 2012 in Oldenburg.

Den Aufruf-Jingle könnt ihr hier hören: www.femref.uni-oldenburg.de/uploads/Jingle_Mobili_TBTN_Final.mp3

Workshop

Am Wochenende gibt es eine Veranstaltung am Samstag 19 Uhr im Alhambra: Sexismuskritische Praxen. UNDER DE_CONSTRUCTION.
Am Sonntag ist dann ein Workshop geplant, der sich an männlich sozialisierte Menschen richtet – bei Fragen einfach hier ein Kommentar schreiben oder auf http://lilue.blogsport.eu/ gucken.

Workshop in Oldenburg

queer_feministischer PerformanceAbend

Am 12.11.2011 wird es einen queer_feministischen PerformanceAbend plus Party im Alhambra in Oldenburg geben!
Unter anderem mit Laura Lipstick, les pneux de l`homme, bodies on index und hoffentlich noch mehr.

*sparkling*

Veranstaltung W.I.R.

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Infos zu W.I.R. gibt’s hier

Veranstaltung Kuchus of Uganda

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Infos zu Sexual Minorities Uganda gibt’s hier

Demo: Kick it! Zwang zur Heterosexualität und Zweigeschlechtlichkeit zu Fall bringen!

Internationaler Tag gegen Trans*- und Homophobie – wir nehmen den Tag zum Anlass für eine offene_aktionsreiche_Demo in Oldenburg. Seit 2005 findet dieser Tag jährlich am 17. Mai statt – das Datum geht auf den 17. Mai 1990 zurück, an dem die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität als Krankheitsbild aus ihrer Liste strich!

Doch was ist eigentlich Trans*- und Homophobie?
Homophobie wird als negative Einstellung und emotionale Haltung gegenüber Homosexualität verstanden, die gesellschaftlich erlernt und weit verbreitet ist. Trans*phobie kann begriffen werden als abwertende Sichtweisen auf Menschen und Lebensentwürfe, die nicht den traditionellen Normen von Geschlecht entsprechen. Diese vourteilshaften Gefühle stärken und produzieren Stereotype, Diskriminierungen und Gewalt gegen Trans*personen und Homosexuelle. Diese „Phobien“,wie der Begriff nahe legen könnte, kommen nicht von irgendwo und sind auch kein individuelles Phänomen. Dahinter steht ein gesellschaftliches Denk- und Ordnungssystem, das durch und durch geprägt ist von dem Mythos der natürlichen und unveränderlichen Zweigeschlechtlichkeit. Also der Vorstellung, mensch sei von Natur aus entweder „Frau“ oder „Mann“ und bleibe dies ein Leben lang. Diesen Mythos gilt es, zu Fall zu bringen!

Diskriminierung von Trans*personen
Die alltägliche Gewalt, der Les_bi_schwulen_Trans*_Inter_A_queer-lebenden1 Menschen ausgesetzt sind, scheint bis heute leider so unwichtig in der deutschen Gesellschaft, dass es nicht einmal eine gesonderte polizeiliche Kriminalstatistik dazu gibt.
Eine britische Studie ergab allerdings, dass 78% aller befragten deutschsprachigen Trans*personen schon mal Übergriffe in der Öffentlichkeit erlebt haben. Dazu zählen trans*phobe Äußerungen, körperliche Angriffe und sexuelle Gewalt. Erschreckend demgegenüber ist, dass fast die Hälfte der befragten Bevölkerung in einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes aussagte, dass Trans*menschen nicht von Diskriminierung betroffen seien. In Deutschland werden Trans*personen häufig nicht wahrgenommen und wenn doch, werden sie als krank abgestempelt. Daran ändert auch die Reform des Transsexuellen-Gesetzes nichts. Damit das gefühlte, gewünschte und_oder gelebte Geschlecht auch offiziell anerkannt wird, müssen sich Trans*menschen immer noch oft erniedrigenden psychologischen Begutachtungen und Behandlungen unterziehen und ihre intimsten Gefühle und Gedanken preisgeben. Sie sind der Willkür der begutachtenden Fachkräfte ausgeliefert, die darüber entscheiden ob jemand männlich oder weiblich genug ist. Dies wird manchmal auch an so banalen Dingen festgemacht, ob z. B. ein Trans*mann „noch“ sein Damenfahrrad fährt oder seine Haare als zu lang erachtet werden. Auch international wird Deutschland für diese Gesetzeslage kritisiert und aufgefordert das menschenrechtswidrige Prozedere abzuschaffen.

Zwang zur heterosexuellen Zweigeschlechtlichkeit
Doch nicht nur Trans*menschen müssen sich eindeutig in eins der zwei Geschlechter einordnen. Von jeder Person wird erwartet, dass sie immer und immer wieder darstellt, dass sie dem einen und nur dem einen Geschlecht angehört und „natürlich“ heterosexuell ist. Diese Heterosexualität ist genauso wenig natürlich, wie die Einteilung in zwei Geschlechter.
Das bestehende Geschlechterverhältnis ist in sich hierarchisch. Das was als weiblich gilt wird abgewertet – auf allen Ebenen und mit verschiedensten Mitteln: z.B. durch zugeschriebene Charaktereigenschaften, wie gefühlsgesteuert, irrational und technischer Unbegabung, in medialen Darstellungen als sexualisierte, auf Männer fixierte Frauen; sowie in der Arbeitswelt – Frauen verdienen 28% weniger Lohn bei gleicher Arbeit.
Männlichkeit mit den dazugehörigen Attributen wie Gewaltbereitschaft, Härte und Rationalität hingegen wird aufgewertet und als Maßstab gesetzt.

Die Zweigeschlechtlichkeit wird spätestens nach der Geburt aufgrund von gesellschaftlich-gemachten Kriterien erzeugt. Bei Menschen, die „zwischen“ den beiden als normal geltenden Geschlechtern geboren werden, zeigt sich das darin, dass diese laut dem Gesetz direkt nach der Geburt als Junge oder Mädchen eingeteilt werden müssen. Dies geschieht fast immer mit qualvollen medizinischen Eingriffen. Heutzutage können sich Eltern gegen diese medizinischen Maßnahmen, die meist nicht mit einer einzigen Operation beendet sind, entscheiden. Die wenigstens Eltern stellen sich jedoch dagegen. Viele zwangsoperierte intergeschlechtliche Menschen haben Traumatisierungen durch die erlittenen langwierigen Prozeduren.
Auch der Zwang zur Heterosexualität wird schon früh für Menschen spürbar. Meist beginnt dies schon in der Grundschule und hört in der Pubertät noch lange nicht auf. Von der heterosexuellen „Normalität“ abweichende Lebensweisen werden ein Leben lang durch immer wiederkehrende Coming-Outs begleitet. Der Begriff Coming-Out beinhaltet die Grenzüberschreitung von gesellschaftlich festgeschriebenen Normen. Ein offenes nicht-heterosexuelles Leben bringt häufig gewaltvolle Erfahrungen mit sich.

Internationale Bezüge
Uns geht es jedoch nicht nur darum aufzuzeigen und dagegen zu protestieren, wie die Situation in Deutschland aussieht. Wir möchten unsere Solidarität aussprechen mit allen Menschen, die sich weltweit gegen Trans*- und Homophobie und deren fatale Folgen einsetzen.
Denn in über 75 Staaten auf der Welt ist Homosexualität bis heute verboten und wird strafrechtlich verfolgt. In mindestens fünf dieser Staaten können homosexuelle Handlungen mit der Todesstrafe geahndet werden.
Doch auch wenn nicht per Gesetz der Tod als Höchststrafe gilt, so sind fast überall, Les_bi_schwule_Trans*_Inter_A_queer-lebende Menschen gefährdet. Von Beschimpfungen über öffentliche Aufrufe zu Gewalt bis hin zu Mord. Dennoch ist z.B. die Diskriminierung und Verfolgung von Trans*menschen bislang als geschlechtsspezifischer Asylgrund in Deutschland nicht anerkannt.

Auch in Uganda ist Homosexualität immer noch strafbar. Darüber hinaus wird von christ­lichen Fundamentalist_innen offener Hass geschürt und die Bevölkerung zu Hetzjagden gegen Les_bi_schwule_Trans*_Inter_A_queer-lebende Menschen aufgerufen.
Vor nicht einmal vier Monaten, geschürt durch diese Hetze, wurde der schwule Menschen­rechtsaktivist David Kato Kisule ermordet. Ihm wurde in seinem Haus aufgelauert, er wurde dort zu Tode geprügelt. Der Fall von David ist keine Ausnahme und kein Einzelfall. In Brasilien, in einem Land in dem Homosexualität legal ist und sogar in einigen Regionen die eingetragene Lebenspartnerschaft erlaubt ist, wurden allein im Jahr 2010 mehr als 260 homosexuelle und trans* Menschen ermordet.

Kapitalistische Strukturen und Zweigeschlechtersystem
Geschlechterzuschreibungen sind fest in unserer Gesellschaft verankert. Der Zwang zur Übernahme bestimmter gesellschaftlicher Rollen wird in kapitalistischen Strukturen aufgegriffen und verwertbar gemacht. Das heterosexuelle Paar, bei dem der Mann arbeiten geht und die Frau unbezahlte Reproduktionsarbeit wie Haushalt, Kinder-, Altenpflege und Erziehung leistet, sorgen innerhalb der kapitalistischen Logik für die Bereitstellung zukünftiger Arbeitskräfte und sorgen damit für die Aufrechterhaltung des kapitalistischen Systems und der traditionellen, hierarchischen Geschlechterordnung.
Der Mythos, dass allein in heterosexuellen Beziehungen für Nachwuchs und damit für zukünftige Arbeitskraft im kapitalistischen System gesorgt wird, ist ein Trugschluss: es gibt viele heterosexuelle Paare, die gewollt oder ungewollt kinderlos bleiben und viele homosexuelle Beziehungen, Alleinerziehende oder andere Gemeinschaften in denen Kinder aufwachsen. Doch egal ob weiterhin an dem Ideal der heterosexuellen bürgerlichen Kleinfamilie festgehalten wird oder andere Lebenskonzepte für die kapitalistischen Strukturen verwertbar gemacht werden – wir wenden uns gegen jede Nutzbarmachung von Menschen für die profitmaximierenden, ausbeuterischen Verhältnisse, die Kapitalismus immer bedeutet. Aus diesem Grund sind wir für die Überwindung sämtlicher kapitalistischer uns sexistischer Strukturen und Verhältnisse!

Und jetzt…?
Gewalt hat viele Seiten – körperliche Angriffe, Mobbing, Blicke, Gesten, Ignoranz, psychische Bedrohungen, Erpressungen. Doch auch die Angst vor eben diesen Übergriffen ist bereits Teil der alltäglichen Gewalt, der Menschen, die nicht den Normen entsprechen, ausgesetzt sind.

Die Frage, die sich jede_r Einzelne_r stellen sollte ist: wie kann ich dazu beitragen, dass diese Welt vielfältiger und gewaltfreier wird?
Folgend sind einige Ideen aufgelistet, die gerne erweitert werden können:
- Wenn ein Kind geboren wird frag nicht danach „was“ es denn ist oder ob es „gesund“ ist?
- Scanne Menschen auf der Straße nicht ab, ob sie Männer oder Frauen sind
- Urteile nicht über Menschen, die du als Männer wahrnimmst, wenn sie Make-up und Kleider tragen
- Respektiere Menschen, die du als Frauen wahrnimmst, in ihren vielfältigen Erscheinungsformen
- Wenn von jemandem bekannt ist, dass die Person trans* ist, dann nicht nach dem „Geburts­geschlecht“ fragen und wichtig: oute die Person nicht vor anderen, wenn du nicht weißt ob
sie_er das will
- Wenn man sich unsicher ist welches Geschlecht eine Person hat, könnte vorsichtig nach­gefragt werden, welches Pronomen (also er oder sie oder etwas anderes) die Person für sich
bevor­zugt
- Nimmst du an, du weißt das Geschlecht einer Person und ihr sexuelles Begehren? Sei dir da nicht so sicher. Und es ist auch nicht wichtig, immer sicher zu sein. Unsicherheit kann einen
Raum darstellen, Menschen außerhalb der „normalen“ Sichtweise zu sehen und die Persönlichkeit eines Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.

Wir wollen, dass alle Menschen mit Freude und Neugierde ihre Sexualität und ihr Geschlecht selbstbestimmt gestalten können – ohne negative Reaktionen, Übergriffe und der ständigen Angst davor!
HIER – JETZT – UND ÜBERALL!

Mädchen oder Junge? NEIN!
Frau oder Mann, Junge oder Mädchen? Zwei Kategorien, eine Frage. Eine Frage die uns jeden Tag unzählige Male begegnet. Das fängt auf dem Klo an und hört bei Facebook noch lange nicht auf. Den meisten fällt die Antwort nicht schwer, denn sie ist immer die Selbe. Wir müssen uns noch nicht einmal für eine der beiden Möglichkeiten entscheiden, das haben Andere spätestens kurz nach unserer Geburt für uns gemacht. Anhand der Körperform zwischen unseren Beinen, werden wir entweder der Gruppe zugeordnet, die auf Fragen wie: Spielst du gerne mit Puppen? Magst du Rosa? Stehst du auf Typen? Magst du´s eher sauber und ordentlich? Hast du einen „Schuhtick“? mit „ja“ antwortet oder eben in die Gruppe, deren genormte Antwort „nein“ lautet. Die Liste der Fragen könnten wir unendlich lange weiterführen, denn die Menschen haben so ziemlich alles in ihrer Welt in „männlich“ und „weiblich“ eingeteilt. Manches mehr, manches weniger. Da diese Einteilung nicht von einem Gott und auch nicht aus der „Natur“ kommt, sondern durch die Gesellschaft gemacht wurde und wird, kann sie sich auch ändern. So wurde vor gut 100 Jahren die Farbe Rot noch dem Männlichen, die Farbe Blau, dem „Weiblichen“ zugeordnet. Heute ist es genau anders herum.
Wir leben also alle nach Klischees und Stereotypen, die jede_n in dieses Zweigeschlechtersystem einzwängen. Nun gibt es, wie wir wissen, immer wieder Abweichungen von dieser genormten, also
NORMaler Weise „richtigen“ Antwort. Jede_r von uns hat (Körper)Eigenschaften, Gefühle oder Vorlieben die nicht in die Norm passen. So gibt es Mädchen, die gar nicht gerne reiten sondern lieber Fußball spielen und Jungs, die statt vor dem PC zu sitzen, lieber Mützen häkeln. Frauen, die was mit Frauen haben und Männer die gerne einen Mann heiraten wollen. In einer heteronormativ strukturierten Gesellschaft wie der unseren, die alles auf zwei Geschlechter normt und Heterosexualität zur natürlichen Paarungsweise erklärt, gilt all das als unnormal. Im schlimmsten Fall bedeutet dies für Menschen, die nicht der Norm entsprechen, sich also unnormal verhalten, sozialen Ausschluss, Verfolgung, Ermordung. Im besten Fall Toleranz. Je nachdem wie stark mensch von der Norm abweicht und wie offen das direkte Umfeld ist. Ein System, eine Gesellschaft in die kein Mensch 100%-ig reinpasst und die im besten Fall eine_n nur toleriert, kann kein Mensch wollen.

  1. Lesbisch, Bisexuell, Schwul, Trans*menschen, Intergeschlechtliche Menschen, Asexuelle, queer-handelnde Menschen. Uns ist bewusst, dass wir bei dieser Aufzählung wieder Selbstverständnisse nicht benennen und wünschen uns dass die Freiräume _ Platz lassen für selbstdefinierte Lebensentwürfe jenseits der herrschenden Geschlechter- und Sexualitätsnormen. [zurück]

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